Duftreise

12. Dezember

Der Duft von Tanne, Zimt oder nach Schnee – sie wecken Erinnerungen, bevor wir sie denken - du kennst das vielleicht... dass dich ein Geruch plötzlich an etwas aus deiner Kindheit erinnert? An den Geruch des Stiegenhauses bei deiner Oma, an den Lebkuchenduft bei deiner Tante...


Vielleicht riecht Weihnachten für dich nach Vanillekipferln oder nach Kiachl mit Sauerkraut am Weihnachts(=Glühkindl)markt; oder nach Fondue-Öl?
Was auch immer es ist: Lass dich heute bewusst davon berühren.

Aufgabe:
Halte heute kurz inne und denk an einen schönen, vertrauten Geruch, den du vielleicht in deinen Gedanken oder in Echt wahrnehmen kannst. Atme bewusst ein und beobachte, welche Erinnerung der Geruch weckt. Lass nur die guten Erinnerungen kommen und bleib ein bisschen in dem schönen Moment! 

 

💬 Affirmation:
„Ich darf mich an schöne Gerüche und Erlebnisse erinnern.“

 

Gerüche landen direkt im limbischen System, dem emotionalen Kontrollzentrum (Herz & Schooler, 2002).

Deshalb kann ein Duft dich in Sekunden zurück in alte Gefühle katapultieren. Atemzüge sind also kleine Zeitreisen in vergangene Zeiten.

 

Ausführlicher:
Das olfaktorische System ist unmittelbar mit dem limbischen System verbunden. Gerüche wecken daher schneller und intensiver emotionale Reaktionen als visuelle Reize (Herz & Schooler, 2002).
Eine Untersuchung von Chu und Downes (2000) zeigte, dass geruchsbezogene Erinnerungen stärker mit Gefühlen von Wärme, Nostalgie und Geborgenheit verknüpft sind als bildhafte Erinnerungen.

Wenn du also den Duft von Plätzchen oder Tannengrün wahrnimmst, trainierst du deine emotionale Präsenz. Gerüche machen Vergangenheit erlebbar – und holen das Herz in die Gegenwart.

👉 Quellen:
Chu, S., & Downes, J. J. (2000).
Odour-Evoked Autobiographical Memories: Psychological Investigations of Proustian Phenomena. Chemical Senses, 25(1), 111–116.
Herz, R. S., & Schooler, J. W. (2002). A Naturalistic Study of Autobiographical Memories Evoked by Olfactory and Visual Cues: Testing the Proustian Hypothesis.
American Journal of Psychology, 115(1), 21–32.