Neurofeedback

Hierbei handelt es sich um eine computergestützte Trainings- und Therapiemethode, bei der dem Klienten einige ausgewählte Parameter der eigenen Gehirnaktivität (über die man gewöhnlich keine Wahrnehmung hat), wahrnehmbar gemacht werden. Dafür bekommt das Gehirn über Monitor und Lautsprecher gespiegelt, was es gerade tut (=Feedback).

 

So kann sich das Gehirn optimaler selbst regulieren (da es ständig von sich selber lernt). Ein nicht optimal reguliertes Gehirn bringt diverse Störungen und/oder Krankheitsbilder hervor, wie etwa Schlafstörungen, Migräne, ADHS-Symptome, Zwanghaftes Verhalten, Tics etc... In der Behandlung sind "Diagnosen" an sich weit weniger wichtig als einzelne Symptome, körperliche und psychische Phänomene (die sich zu einem Symptomkomplex zusammenfügen).

 

 

Warum Neurofeedback bei so vielen verschiedenen Störungsbildern hilfreich sein kann ist leicht erklärbar: die Gemeinsamkeit ist die, dass die Erregung im Nervensystem nicht optimal reguliert wird (siehe dazu Wiedemann, H. & Segler, K., 2017, Neurofeedback - Wie eine spielend leichte Therapie dem Gehirn hilft, Probleme zu überwinden. München, Kösel-Verlag.)

 

Welche Symptome lassen sich mit Neurofeedback behandeln?

Anspannung, ErschöpfungKonzentrationsfähigkeit, Ablenkbarkeit, Gedächtnis, Impulsivität, Stimmungsschwankungen, Angst, Niedergeschlagenheit, Zwanghaftes und/oder riskantes Verhalten, Ein- Durchschlafstörungen, Schlafwandeln, Nachtschreck, Albträume, Zähneknirschen, Ohrgeräusche, Sprachprobleme, Zittern, Muskelschwäche, Tics, Krampfanfälle / Epilepsie, Koordinationsschwierigkeiten

 

Mehr Infos zu Neurofeedback und meiner Gemeinschaftspraxis in Innsbruck: www.neurofeedback-psychologen.at

 

Othmerverfahren / ILF

Diese von mir praktizierte Variante des Neurofeedbacks wurde von dem amerikanischen Ehepaar Susan und Siegfried Othmer entwickelt und in über 30 Jahren stetig verbessert und weiterentwickelt.

Kennzeichnend ist, dass die hier genutzten Signale mit Frequenzen zwischen 10 mHz und 0,001 mHz besonders langsam sind. Daher trägt diese Methode auch den Namen ILF (infralow frequencies).

ILF-Training lässt sich individuell auf jede Person abstimmen und erzielt dadurch sehr gute Ergebnisse.

Die Elektrodenplatzierungen sind variabel und werden an die Symptome angepasst.

 

So hilft Neurofeedback

Durch das computergestützte Feedback, das dem Gehirn (verschiedenen Regionen und dem Zusammenwirken derselben) dargeboten wird, organisiert es sich um. So wie auch Muskeln trainiert werden können, funktioniert das auch mit unserem Gehirn. Einerseits passt es sich nämlich stets routiniert an seine Anforderungen an, andererseits kann es gut aus der Reserve gelockt werden, um Neues zu lernen (mit Neugierde, Spaß und Begeisterung), was auf einem optimalem Erregungsniveau super funktioniert. Unser Gehirn ist im Training über das Feedback bestrebt, neue Strategien auszuprobieren. Diese werden im Alltag gefestigt. 

Ablauf des Trainings

Am Beginn steht eine ausführliche Eingangsanamnese, bei der alle für die Behandlung wichtigen Symptome abgeklärt und besprochen werden können. Es gibt immer Zeit und Raum für Fragen und Unklarheiten.

Anfänglich sind die Trainingstermine in der Regel engmaschiger (ca. 1-2 Mal / Woche). Üblicherweise sind etwa 20 Behandlungen mit Neurofeedback notwendig, um davon nachhaltig profitieren zu können, die ersten Teilerfolge stellen sich aber oft schon nach 6-8 Einheiten ein. Zur Behandlung mit ILF-Neurofeedback gehört ein regelmäßiges Symptomtracking, um laufend die Symptome kontrollieren und auswerten zu können, denn dadurch ergeben sich etwaige neue Elektrodenplatzierungen für die folgenden Sitzungen.